Faustball

Die Abteilung Faustball hat sich wegen großer personeller Probleme beim Verband abgemeldet und den Spielbetrieb eingestellt. 

 

 

Hier eine erweiterte Chronik der Abteilung Faustball. (siehe auch Faustball Chronik):

 

 

Faustball in Ortenburg

 

 

Im TV Ortenburg wurde seit 1951 Faustball gespielt. Erste Aktive aus dieser Zeit waren neben anderen die noch lange, bis Ende 1970er/Anfang 1980er, im Spielbetrieb bzw. „Management“ tätigen Werner Poguntke, Gottfried Altenschöpfer und Erich Langmeyer. Buchstäblich Farbe ins Spiel brachte ein Student aus Ghana, der eine Zeit lang mitspielte. Es dauerte über zwanzig Jahre, bis einmal ein Spiel gewonnen werden konnte. In Sachen Geselligkeit machte man den Faustballern allerdings nichts vor.

 

Gespielt wurde in Ortenburg auf verschiedensten Plätzen, anfangs auf dem alten Fußballplatz, danach auf dem neuen Platz bei der vereinseigenen alten Turnhalle. Im Jahr 1969 wurde die Vereinsanlage für den Bau der neuen Volksschule verkauft, die Sportvereine TV und FC schlossen sich zum ASV Ortenburg zusammen. Man spielte wieder auf dem Fußballplatz, danach auf dem Sportplatz der Schule. Seit 1982 wurde auf der neu erstellten Sportanlage des ASV gespielt.

 

Die Faustballer waren anfangs noch in der Turnabteilung integriert, jahrelang unter „Manager“ Werner Poguntke. Erst seit 1984 sind die Faustballer eine eigene Abteilung, Abteilungsleiter war bis 1993 Günter Mailhammer. Ihm folgten Sigrid Rudolf und Werner Glashauser. Seit 1998 war Karl-Heinz Rudolf Abteilungsleiter.

 

Ab 1976 spielte der ASV Ortenburg erstmals mit zwei Faustballmannschaften in der damaligen Kreisliga Passau mit. Zu dieser Zeit spielten DJK Straßkirchen, TV Passau und DJK Passau West mit ihren ersten Mannschaften mindestens in der Bezirksliga. In diesem Jahr erreichte die erste Mannschaft ihren bis dato größten Erfolg und wurde erstmals Meister. Die Tabelle:

 

1. ASV Ortenburg I 31 : 9

2. DJK Strasskirchen II 31 : 9

3. VfB Passau I 28 : 12

4. DJK Passau West II 28 : 12

5. TV Passau Jugend 26 : 14

6. TSV Sulzbach am Inn I 23 : 17

7. TSV Heining 21 : 19

8. SV Ruhstorf a. d. Rott 14 : 26

9. VfB Passau II 10 : 30

10. ASV Ortenburg II 4 : 36

11. TSV Sulzbach am Inn II 4 : 36

 

Die Anzahl dieser Vereine, alle aus dem Landkreis Passau, reduzierte sich im Laufe der Jahre, später kam für ein paar Jahre noch die DJK Neuburg am Inn mit zwei Mannschaften hinzu, die ab Ende der 1980er Jahre auch eine Damenmannschaft stellte, die sich zum Schluss der DJK Vornbach anschloss. Auch die TG Vilshofen nahm ein paar Jahre an der Punkterunde teil.

Im Jahr 1977 spielte die Erste mit fünf Spielern (Ulrich und Roland Kupka, Gottfried Altenschöpfer, Werner Ungnadner, Reinhold Schmachtenberger) die gesamte Saison durch, gewann alle Spiele und wurde souverän Meister. Allerdings reichte es wie schon im Vorjahr bei den Aufstiegsspielen nicht für die Bezirksliga.

 

Ein Auf und Ab gab es ab 1987. Nach der Meisterschaft stieg die Mannschaft erstmals auf, aber nur für eine Saison. Dies wiederholte sich 1989 und nach der Meisterschaft 1991 blieb man bis 1995 in der Bezirksliga. Nach Meistertiteln in der Kreisliga 1996 und 1997 spielte die Truppe bis 2002 in der Bezirksliga. Im Jahr 2000 gab es den größten Erfolg; wegen eines verregneten Sommers wurde die Sommerrunde nur zur Hälfte ausgespielt und der ASV lag am Ende auf Platz drei. Man hätte sogar kampflos in die Landesliga aufsteigen können, verzichtete aber.

Seit dem Jahr 2003 wird nicht mehr in der Punkterunde mitgespielt. Seit 1995 wurde nur noch mit einer Mannschaft gespielt.

 

Bei Turnieren war der ASV in seiner Blütezeit oft vertreten, im Landkreis sowieso (Passau, Heining, Straßkirchen) aber auch beim FTSV Straubing, wo auch einmal gewonnen werden konnte und beim ATSV Schärding. Gewonnen wurde auch 1977 in Sulzbach am Inn. 1978 war die Mannschaft bei einem Hallenturnier in Neu-Ulm, 1977/1978 beim riesigen Turnier in Enns/Österreich und 1982/1983 in Wien. Zuletzt war man in Regensburg und ein paar Mal in Simbach am Inn. Ein beachtlicher Erfolg war der dritte Platz von 18 Mannschaften 1995 in Heining, wo man auch ans Finale angeklopft hätte. Zum 30. Mal hat der ASV sein eigenes Faustballturnier ausgerichtet, seit 1989 auch 17 Damenturniere. Gewinnen konnte man allerdings noch nie, es gab ein paar Mal Platz zwei bzw. drei. Die Damen konnten schon einmal gewinnen.

 

Auch in der Halle wurde in den 1980ern gespielt, es gab auch einzelne Kreistitel für die Erste. 1988 bis 1990 spielte die Mannschaft in der Hallen-Bezirksliga. Danach wurde auf die Teilnahme an der Hallenrunde verzichtet, weil man nur in einer kleinen Halle trainieren konnte.

 

Seit 1987 gab es im ASV auch eine Damen-Faustballmannschaft, die sich regen Zulaufs erfreute. Es waren teils so viele Spielerinnen, dass es für zwei Mannschaften nicht reichte, aber für eine echte Aufstellungsprobleme gab. Das Team wurde von Ende 1988 bis Ende 1993 von Karl-Heinz Rudolf betreut. Gespielt wurde von 1989 bis 1994 in der Hallen-Bezirksliga, wo man anfangs sogar bis Rosenheim fahren musste. In der Sommerrunde spielte die Mannschaft 1990, 1991 und 1993 in der Landesliga Süd, mit bis zu fünf Spieltagen u. a. in Königsbrunn, Rosenheim, Dorfen, Peißenberg und Augsburg. Das beste Ergebnis wurde 1993 erzielt, Abschlusstabelle:

 

1. TV Augsburg 36 : 0 Punkte

2. TG Landshut I 31 : 5

3. TSV Peißenberg 23 : 13

4. DJK Neuburg am Inn 22 : 12

5. ASV Ortenburg 21 : 15

6. SC Vöhringen 20 : 16

7. SV Erolzheim 9 : 27

8. SV Amendingen 8 : 28

9. TSV Gerzen 8 : 28

10. DJK Straßkirchen 2 : 34

11. TG Landshut II zurückgezogen

 

Auf Turnieren, mit vorwiegend mittleren Platzierungen, war die Mannschaft neben Passau, Heining und Straßkirchen beim TV Landshut 64, in Dorfen, Peißenberg und Reichenthal /OÖ.

 

Mit Trainer Christian Kerl wurde das Team in der neu geschaffenen Bezirksliga Feld 1994 und 1995 Meister und 1996 Vize. 1995/1996 wurde in der Landesliga Süd Halle ein Mittelplatz erreicht.

 

Seit 1997 wird nicht mehr in einer Punkterunde gespielt, bedingt vor allem durch Baby-Pausen. Ein schöner Erfolg war Platz zwei von acht Mannschaften (Mixed) beim Pfingst-Turnier in Passau 2001. Ein deutliches Lebenszeichen gab die Mannschaft mit dem Turniersieg 2003 beim TSV Gerzen.

 

Seit Jahren ein sich verschärfendes Problem war der Mangel an Aktiven, die Abteilung war nur noch ein kleines Häufchen. Nachwuchs junger Spieler gab es nicht, so gut wie keine Zugänge. Dazu kam immer wieder einmal ein Ende der aktiven Laufbahn nach einer schwerwiegenderen Verletzung. Für ein Aufleben der Abteilung sorgte im Spätsommer 2005 ein Neuzugang. Fritz Öhler, weithin bekannter Faustballer und Trainer vom TSV Heining, schloss sich samt seiner Gattin Marianne dem Verein an und brachte neuen Schwung ins Training. Beim Ü-40-Hallenturnier 2006 in Simbach am Inn verstärkte er unsere Mannschaft im wahrsten Sinne, das Turnier konnte souverän gewonnen werden.

 

Im Sommer 2010 war es dann soweit und das Ende in Sicht. Mit drei Aktiven gab es definitiv keine Damenmannschaft mehr, bei den Herren waren dies im Höchstfall fünf. Ein Training ging kaum mehr zusammen. So wurde auf die Ausrichtung des Turniers verzichtet und der Spielbetrieb eingestellt, zum Jahresende erging die Abmeldung an den Verband. Es ist schade, dass nach 59 Jahren in Ortenburg die Lichter im Faustball ausgegangen sind. Man kann aber mit Gewissheit sagen, dass es schöne, gesellige und auch erfolgreiche Zeiten waren. Der Name des ASV wurde weit ins Land hinausgetragen.




 

Mittwoch, 22. Februar 2012

Design by LernVid.com